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| Die Dirigentin: Christel Opp | |||
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Gründerin, künstlerische Leiterin und treibende Kraft des Orchesters ist Christel Opp.
Die 1943 in Kärnten geborene und in München aufgewachsene Christel Opp begann ihren eigenen musikalischen Werdegang als Gaststudentin am Münchner Richard-Strauß-Konservatorium (1958-1963). Nach ihrer Heirat und der Geburt ihrer drei Kinder war sie von 1971 bis 1976 Solocellistin des Ansbacher Kammerorchesters, bis sie sich 1976 zum Cello-Studium bei Claus Reichardt am Meistersinger-Konservatorium Nürnberg entschloß. 1979 beendete sie das Studium mit Bestnote. In den folgenden Jahren spielte sie als Solistin in verschiedenen Ensembles im mittelfränkischen Raum, gab privaten Cellounterricht und hatte von 1981 bis 1991 einen Lehrauftrag für Violoncello am Institut für Kirchenmusik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Anfang der achtziger Jahre keimte der Gedanke, ein Jugendorchester zu gründen. So begann Frau Opp in ihrem Haus ein kleines Streichorchester aus ihren Kindern, deren Freunden und ihren Celloschülern zu formieren. Um die dafür erforderlichen Kenntnisse des Dirigierens zu vertiefen, absolvierte sie von 1982 bis 1986 ein Dirigierstudium bei Werner Andreas Albert, einem "der besten Dirigenten seiner Generation" am Meistersinger-Konservatorium Nürnberg. Bereits ein Jahr nach
nach Studienstart war es soweit: Ein Gastdirigat beim
Orchesterseminar der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (1986) sowie
ihre Berufung als Leiterin des Jugendsinfonieorchesters des Landesverbandes
Bayerischer Liebhaberorchester (1990) waren die Folgen ihres privaten
und sehr erfolgreichen Engagements als Jugendorchesterleiterin in Fürth.
Neben der musikalischen
Jugendarbeit konzertiert Frau Opp weiterhin als Solistin sowie in verschiedenen
klassischen Besetzungen. Darüber hinaus ist sie seit 1991 Mitglied des
Frauenkabaretts "Avantgardinen", mit dem sie im gesamten Bundesgebiet
auftritt.
Christel Opp über Christel Opp: "Ich wurde in
einem wunderschönen Haus in Kärnten am Ossiacher See geboren und zwar
genau zum richtigen Zeitpunkt, nämlich an einem schönen Oktobersonntag
morgens früh um neun Uhr. Ich begann spät zu
sprechen (mit 2 Jahren), was ich allerdings später wieder einholen konnte.
Die Gründung der "Jungen Fürther Streichhölzer" passierte aber genau zum richtigen Zeitpunkt". Als ich nach Fürth kam, beschloss ich: Diese Stadt benötigt ein 100-köpfiges Jugendsymphonieorchester, das von einem perfekten Büro organisiert und von einem Förderverein finanziell getragen wird, das ein eigenes Orchesterjournal herausgibt und im Jahr ein bis zwei Auslandstourneen unternimmt. Also, das ist natürlich gelogen. Ich hatte - zugegebenermaßen - nicht einmal Träume oder Visionen in dieser Richtung. Also noch mal, und diesmal ehrlich: Ich hatte gerade mein Cellostudium abgeschlossen und war frisch - und widerwillig - nach Fürth gekommen. Meine Umwelt wünschte mich in einer Rolle als Gattin des Dekans zu sehen, ich selbst wünschte mir einen Namen als Cellistin zu machen. Ich hatte drei pubertierende Kinder, die sich mit gebremster Lust auf ihrem Streichinstrument abmühten - und ebensolche Schüler - die zusammen mit ihren Freunden in erster Linie Spaß haben wollten. Wann, wie und warum wir zum erstenmal musizierten ist nicht so spannend, wie die Tatsache, dass dieser kleine Trupp schon alle Merkmale aufwies, die den Charakter des Ensembles in den folgenden Jahren ausmachen sollte: Ein bisschen chaotisch, respektlos gegenüber der hehren Kunst, aber unerschrocken und voller guter Ideen. Und der meistbenutzte Satz begann mit: Wir könnten doch mal....... Wir könnten doch mal öfter zusammen spielen! Wir könnten doch mal unsere Freunde aus dem Schulorchester mitbringen! Das war der Beginn einer wunderbaren Feindschaft von manchen örtlichen Schulmusikern, die uns vorwarfen, ihre Schulorchester zu ruinieren - was natürlich nicht stimmte. Wir könnten doch mal ein richtiges Konzert geben und einen Namen für uns suchen. Der Ruhm, den Namen "Die Jungen Fürther Streichhölzer" vorgeschlagen zu haben, gebührt übrigens dem ersten Bratscher dieses Orchesters. Freilich wurde nun etwas heftiger geübt, und auch ich begab mich für vier Jahre wieder zurück ans Konservatorium, um ein Dirigierstudium nachzuholen. Wir könnten doch mal an einem Orchesterwettbewerb teilnehmen. Und tatsächlich belegten wir auf Anhieb einen sensationellen 2. Platz im Gasteig zu München. Dass nur zwei Orchester angetreten waren, darunter ein Schulorchester, brauchte ja nicht jeder zu wissen. Wir könnten doch mal eine Zeitung herausgeben! "HÖR WEG" ist seitdem die von den stolzen Autoren meistgelesene Lektüre. Wir könnten doch mal auf Orchesterfahrt gehen. - Tatsächlich kam ein großer Teil unserer Konzertreisen durch Kontakte von Orchestermitgliedern zustande. - Das positive Echo
in der Presse hatte verheerende Wirkungen auf das ohnehin übersteigerte
Selbstbewusstsein der jugendlichen Truppe. Auf dem Spielplan erschienen
immer ehrgeizigere Projekte, die oft knapp oberhalb der momentanen technischen
Fähigkeiten lagen. So sicherten wir uns binnen kürzester Zeit das Missfallen
fast aller Instrumentallehrer aus dem Großraum - sie untersagten ihren
Schützlingen rundweg, sich diesem Abenteuerteam anzuschließen. Aber solche Kleinigkeiten konnten den Pioniergeist nicht erschüttern und man stürmte ungebremst weiter: Wir könnten doch mal in symphonischer Besetzung spielen, mein Bruder spielt Klarinette, meine Vettern spielen Trompete, Posaune, Tuba! Wir könnten doch mal einen eigenen Dozenten fürs Blech engagieren, wir wüssten schon jemanden! So begann die Zeit mit Bernhard Joerg. Übrigens wurden auch die meisten der wirklich brillanten Solisten, die mit uns spielten, von Streichhölzern angeschleppt. Den vorläufigen Höhepunkt brachte das 10-jährige Jubiläum: Wir könnten doch mal die 5. von Tschaikowsky spielen. ----"Jetzt sind sie total übergeschnappt".----- Und schon ging es weiter. Wir könnten doch mal das Dvorak-Cellokonzert spielen. So konnte ich auf Umwegen doch einen Cello-Traum erfüllen. Wir könnten doch
mal eine Operette aufführen, Es versteht sich von selbst, dass ich alle Anregungen begeistert aufgegriffen habe, - sofern sie mir in den Kram passten. Gegen wirklich vernünftige Ideen, wie z. B.: Wir könnten doch mal einen Förderverein gründen - habe ich mich jahrelang gesträubt - bis es unvermeidlich wurde. Es soll hier nicht aus falscher Bescheidenheit verschwiegen werden, dass sehr viele gute Ideen auch in meinem Kopf gewachsen sind. Die Streichhölzer zogen ihrerseits meistens begeistert mit. Als Ausnahme von dieser Regel sei der Versuch erwähnt, die 9. von Schostakowitsch aufs Programm zu setzen, sowie der allzu häufige Gebrauch der sog. roten Mappe, einer Sammlung von "Pops", die bei Neujahrskonzerten, festlichen Umrahmungen oder als Zugabestücke vom Publikum mehr als vom Orchester geschätzt werden. Bis zu diesem Jubiläumsjahr hat sich im Prinzip nicht viel geändert. Nur der Stil ist seriöser geworden. Konnten vor einigen
Jahren die Theaterbesucher, die von ihrem Platz aus vorwiegend die Fußbekleidung
der Musiker im Blickfeld hatten, noch missbilligend ihren Nachbarn zuraunen:
"Dorrnschuh!!!", wirft man sich heute in Anzug und Abendkleid. Ein Chor aus Japan
wünscht im Herbst 98 nichts Geringeres als die 9.von Beethoven mit den
Streichhölzern aufzuführen. Die kürzlich mit dem Kulturförderpreis der
Stadt Fürth dekorierte Bigband "Time Bandits" plant im Sommer ein gemeinsames
Projekt mit uns, die Stadt Fürth bittet uns zur feierlichen Verleihung
der Ehrenbürgerwürde an Henry Kissinger und den Anstoß zur diesjährigen
Konzerttournee nach Usedom und Stettin in Polen gab Jeunesse Musicale,
Deutschland. Der Kontakt mit dem "Austin Chamber Music Center" in Texas,
der durch die Initiative einer Streichhölzerfamilie 1996 begonnen hat,
wird weitergepflegt: Eine Gruppe von jüngeren Orchestermitgliedern wird
an Ostern 98 der Einladung Folge leisten, einige Konzerte dort zu geben
und an einem gemeinsamen Workshop mit jungen amerikanischen Musikern teilzunehmen.
Ein echt barockes Streichhölzerspektakel verspricht die Jubiläumsfeier
am 1. November im Stadttheater zu werden. Einige Anregungen liegen bereits
vor: Wir könnten doch mal ein richtiges Marathon-Festival feiern mit einem Auftritt aller Ensembles, die sich im Lauf der Zeit gebildet haben. Ein Streichhölzervater findet: Wir könnten doch mal ein Orchester aus lauter Eltern zusammenrufen! Also, Ihr Streichhölzergenerationen,
die Ihr dieses lest, wir freuen uns auf Euch! Wenn Sie mehr über Christel Opp erfahren möchten, dann besuchen Sie doch ihre persönliche Hompepage unter www.christel-opp.de. |
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